Talk am Pegel mit Rheinmetall

Impres­sio­nen von einer denk­wür­di­gen Veranstaltung

Neus­ser DKP, Frie­dens­bünd­nis und OAT pro­tes­tie­ren gegen Kriegsprofiteure

Über 200 Besu­cher ström­ten am Don­ners­tag, dem 26. März, in die Neus­ser Pegel­bar am Hafen. Der Ein­tritt war frei, jedoch eine Anmel­dung erfor­der­lich. In kür­zes­ter Zeit waren alle Ein­tritts­kar­ten ver­ge­ben, auch ein Nach­schlag am Tag vor der Ver­an­stal­tung war nach weni­gen Stun­den weg.

Was erreg­te Neus­ser und eini­ge aus­wär­ti­ge Men­schen der­art, sich begie­rig die Ein­tritts­kar­ten zu sichern? Es war die Ankün­di­gung, dass der Chef der Fir­ma Rhein­me­tall, Herr Pap­per­ger, einen Vor­trag zum The­ma „Sicher­heit als Stand­ort­fak­tor“ hal­ten woll­te. Lei­der muss­te Papp­ber­ger sein Kom­men kurz­fris­tig absa­gen, den­noch konn­te der „Talk am Pegel“ unter der Mode­ra­ti­on des CDU-Stadt­rats, Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten und Initia­tors der Talk-Rei­he, Dr. Jörg Geer­lings, statt­fin­den, da mit dem Kom­mu­ni­ka­ti­ons­chef von Rhein­me­tall, Dr. Phil­ipp Frei­herr von Bran­den­stein, ein gleich­wer­ti­ger Ersatz zur Ver­fü­gung stand.

Laut Wiki­pe­dia zeig­te der Frei­herr schon früh sein poli­ti­sches Enga­ge­ment. Mit 16 Jah­ren posier­te er mit Hit­ler­gruß und Bier­fla­sche vor der Kame­ra. Als das Foto 16 Jah­re danach wie­der auf­tauch­te, ent­ließ der dama­li­ger Arbeit­ge­ber und frü­he­re Schul­ka­me­rad, Dr. Karl-Theo­dor zu Gut­ten­berg[1] (damals trug die­ser noch stolz sei­nen aka­de­mi­schen Titel), sei­nen Büro­lei­ter und Reden­schrei­ber[2], und der Frei­herr muss­te sich einen neu­en Job suchen. Jugend­sün­de, Schwamm drüber.

Wei­ter­le­sen: Talk am Pegel mit Rheinmetall

Er stu­dier­te wei­ter, wur­de Dozent und lan­de­te 2021 als Lei­ter der Unter­neh­mens­kom­mu­ni­ka­ti­on bei Rhein­me­tall. Die welt­po­li­ti­schen Zufäl­le woll­ten es, dass der Frei­herr nun den Auf­stieg des bis dahin vor sich hin düm­peln­den Betrie­bes zum Glo­bal Play­er pro­pa­gan­dis­tisch mit sei­ner Begeis­te­rungs­fä­hig­keit beglei­ten konnte.

Der zwei­te Gast, der sich fach­kun­dig zum The­ma äußern soll­te, war der Neus­ser Apo­the­ker­sohn Chris­toph Heus­gen. Ein ech­ter Hans­dampf in allen Gas­sen: Bera­ter von Frau Mer­kel, Lei­ter der Münch­ner Sicher­heits­kon­fe­renz, Freund von Geor­ge W. Bush, Vater von fünf Kin­dern, UN-Diplo­mat, CDU-Mit­glied, Neus­ser Schüt­zen­kö­nig … Schon 2022 for­der­te er die Lie­fe­rung von Leo­pard-Pan­zern in die Ukrai­ne und spä­ter die Umset­zung des Haft­be­fehls gegen Netanjahu.

Nach der Begrü­ßung durch Dr. Geer­lings konn­ten die bei­den Refe­ren­ten durch­star­ten. Zuerst wur­de die Büh­ne für den Frei­herrn mit sei­ner Power­Point-Prä­sen­ta­ti­on frei­ge­ge­ben. Als wasch­ech­ter Unter­neh­mer­ver­tre­ter stell­te er erst ein­mal klar, wer in die­sem Lan­de der König ist: natür­lich der Kun­de! „Unser Ver­ständ­nis … ist tat­säch­lich noch, dass wir das bereit­stel­len, was der Kun­de in demo­kra­tisch legi­ti­mier­ten Pro­zes­sen als Bedarf defi­niert, um die Frei­heit unse­rer Gesell­schaf­ten zu schüt­zen.“[1] Zwei bemer­kens­wer­te Aus­sa­gen in einem Satz: 1. Die mili­tä­ri­sche Aus­stat­tung des Staa­tes ist demo­kra­tisch legi­ti­miert, um die Frei­heit der Gesell­schaft zu schüt­zen, 2. Der Staat ist Kun­de der Militärindustrie.

Der Staat ist der aner­kann­te Beschüt­zer der Frei­heit sei­nes Vol­kes. Unmit­tel­bar mit der Frei­heit ist die Sicher­heit ver­bun­den. Ohne Sicher­heit gibt es kei­ne Frei­heit! Wel­chen Inhalt die Frei­heit in unse­rer Gesell­schaft hat, brauch­te vom Refe­ren­ten nicht erläu­tert wer­den, das kann näm­lich jeder auf­ge­klär­te Bür­ger her­un­ter­be­ten: Mei­nungs­frei­heit, Rei­se­frei­heit, Reli­gi­ons­frei­heit, freie Arbeits­platz­wahl, Inves­ti­ti­ons­frei­heit etc.

Dass jeder machen kann, was er will, ist sicher­lich nicht damit gemeint. Dafür gibt es ton­nen­wei­se Geset­zes­bü­cher und Straf­an­dro­hun­gen, die den Bewe­gungs­spiel­raum schon mäch­tig ein­schrän­ken. Eine bewaff­ne­te Poli­zei, die Recht­spre­chung und die Gefäng­nis­se sor­gen dafür, dass der Bür­ger sich in den vor­ge­ge­be­nen Bah­nen bewegt. Und die sind für den Ein­zel­nen unter­schied­lich gebaut. Die­je­ni­gen, deren Geld­bör­sen gut gefüllt sind, kön­nen von den Zins­ein­künf­ten ihrer Mit­tel gut leben, die­je­ni­gen, in deren Geld­bör­sen es eher mau aus­sieht, sind, wenn sie eini­ger­ma­ßen (über)leben wol­len, gezwun­gen, ihre Arbeits­kraft einem Unter­neh­mer anzu­bie­ten. Der über­legt sich genau, ob die Arbeits­kraft für sei­ne Gewinner­wirt­schaf­tung und sons­ti­gen Zwe­cke nütz­lich ist. Wenn nicht, muss sich die abge­lehn­te Arbeits­kraft in das Heer der Arbeits­lo­sen eingliedern.

Aber die Mei­nungs­frei­heit ist doch ein hohes Gut in unse­rer Gesell­schaft! Ich darf schließ­lich den­ken und äußern, was, wann und wo ich es will. Ganz abge­se­hen davon, dass die Mei­nungs­frei­heit den Staat nicht abhält, im Fall des Fal­les einen jun­gen Pazi­fis­ten zum Dienst an der Waf­fe, also zum poten­zi­el­len Töten zu ver­pflich­ten, hat die Herr­schaft ver­schie­de­ne Metho­den, einen miss­lie­bi­gen Kri­ti­ker zum Schwei­gen zu brin­gen. Beden­ken z.B. gegen­über der Kriegs­füh­rung der Israe­lis im Gaza­strei­fen wer­den mit dem Hin­weis auf den hier­zu­lan­de ver­pön­ten Anti­se­mi­tis­mus ver­folgt. Eben­so eine skep­ti­sche Stel­lung gegen­über den gän­gi­gen Kriegs­schuld­er­klä­run­gen im Hin­blick auf den Ukrai­ne-Krieg hat dem einen oder ande­ren schon den Job gekostet.

Blei­ben noch die frei­en Wah­len. Alle vier oder fünf Jah­re sind die Bür­ger auf­ge­ru­fen, mit einem Kreuz auf dem Wahl­zet­tel die zukünf­ti­ge Regie­rungs­mann­schaft in Stadt, Land und Bund zu bestim­men. Eine in den 70er Jah­ren auf­ge­tauch­te Spruch­weis­heit[1]: „Wenn Wah­len etwas ändern wür­den, wären sie ver­bo­ten“, weist hin auf die Frei­heit der Regie­ren­den, mit einem Wahl­er­geb­nis unge­zwun­gen umzu­ge­hen. Die gewähl­ten Ver­tre­ter sind ledig­lich ihrem Gewis­sen ver­pflich­ten. Und wenn die­se Figu­ren sich bei ihren poli­ti­schen Ent­schei­dun­gen auf die Bür­ger, auf das Volk oder auf ihre Gesprä­che auf der Stra­ße beru­fen, ist die­se Rück­mel­dung ent­we­der erfun­den oder geschickt ausgesucht.

Wenn man nun ernüch­tert fest­stel­len muss, dass es mit der zu ver­tei­di­gen­den Frei­heit nicht so weit her ist, fragt es sich, was denn nun so ver­tei­di­gens­wert ist, dass selbst das eige­ne Able­ben sich lohnt.

Auf jeden Fall steht die Dia­gno­se des Pro­pa­g­an­da­chefs von Rhein­me­tall, dass Frei­heit und Sicher­heit nicht nur durch Putin, son­dern neu­er­dings auch durch die Unzu­ver­läs­sig­keit des Ami-Prä­si­den­ten Trump bedroht sind. Dazu mein­te der Frei­herr: „Dar­aus haben wir ers­te Kon­se­quen­zen gezo­gen. Wir, die west­li­chen Demo­kra­tien, die euro­päi­schen Natio­nen, wir spre­chen inzwi­schen von einem 5% Ziel des Brut­to­in­lands­pro­duk­tes für Ver­tei­di­gung. Vor eini­gen Jah­ren waren noch die 2% ver­meint­lich uner­reich­bar, gal­ten als unerreichbar. »

Ein ordent­li­ches Sümm­chen kommt da zusam­men, und wohin mit der gan­zen Kne­te? „Wenn die USA tat­säch­lich die­se Frist set­zen für eine euro­pä­isch geführ­te NATO-Ver­tei­di­gung bis 2027, dann muss Euro­pa sich eige­ne Ver­tei­di­gungs­ka­pa­zi­tä­ten schaf­fen. Und wer in Euro­pa muss das orga­ni­sie­ren? Es ist ver­mut­lich doch die größ­te indus­tri­el­le Macht die­ses Kon­ti­nents, das ist Deutsch­land und die Bun­des­re­gie­rung. Nament­lich der Bun­des­kanz­ler Fried­rich Merz, hat sich dazu bekannt: Deutsch­land wird die­ser Motor der euro­päi­schen Auf­rüs­tung sein.“

Für den­je­ni­gen, der immer noch nicht begrif­fen hat, wie das mit der Ver­ge­wal­ti­gung Euro­pas und der Welt gehen soll, hat der Frei­herr noch ein klei­nes Büch­lein mit dem Titel „Wenn Russ­land gewinnt“ anzu­bie­ten. Ein rich­ti­ger Pro­fes­sor von der Bun­des­wehr­hoch­schu­le in Mün­chen hat dort sei­ne Phan­ta­sie spie­len las­sen und ein beein­dru­cken­des Sze­na­ri­um ent­wor­fen: „Russ­land über­legt sich, wie die Soli­da­ri­tät der NATO getes­tet wer­den könn­te, um aus­zu­tes­ten: Hat der nuklea­re Schutz­schild über Euro­pa noch Bestand? Ris­kie­ren die Ame­ri­ka­ner für die Frei­heit von Ber­lin die Exis­tenz von Chi­ca­go? Und sie erobern ein klei­nes Dorf in Est­land, eine Insel, und schau­en, wie weit sie kom­men. Sie kom­men sehr weit, es pas­siert gar nichts. Und damit endet das Buch und der Kreml weiß, wir kön­nen die nächs­ten Schrit­te gehen, uns wird nichts passieren.“

So ein­ge­stimmt geht es nun ans Eingemachte.

Die Bedro­hungs­la­ge erfor­dert eine ent­schie­de­ne Reak­ti­on. Und dafür hat sich Rhein­me­tall bes­tens auf­ge­stellt: „Wir sind inzwi­schen zu einem Sys­tem­haus gewor­den, was alle Domä­nen abdeckt. Wir sind zu Land, zu Was­ser, in der Luft, wir sind im Welt­raum und wir sind im Cyber­space. Wir ver­bin­den Hard­ware mit Soft­ware. Wir sor­gen für die Kon­nek­ti­vi­tät, für die Ver­bin­dung von Waf­fen­sys­te­men. Wir brin­gen die ver­schie­de­nen Sys­te­me mit­ein­an­der zum Spre­chen. Wir haben die Platt­for­men und wir rüs­ten die­se Platt­for­men anhand der ver­ti­ka­len Inte­gra­ti­on von oben bis unten. Egal ob Waf­fen­sys­tem, Sen­so­rik, Muni­ti­on, wir sind zum Voll­sor­ti­men­ter gewor­den. Und das ist ein Allein­stel­lungs­merk­mal in Deutsch­land.“ Aber nicht nur in Deutsch­land. Über­all in Euro­pa fin­den wir Able­ger die­ser gran­dio­sen Fir­ma: „Aber inzwi­schen sind wir ein pan­eu­ro­päi­scher Akteur mit einem Pro­duk­ti­ons­netz­werk, das von Spa­ni­en bis in die Ukrai­ne, von Nor­we­gen bis Ita­li­en reicht.“

Und jetzt geht der Frei­herr ins Detail. „kano­nen­ba­sier­te Air Defence“, „der Deep Strike-fähi­ge Bar­ra­cu­da bis … zum klas­si­schen Qua­dro­c­op­ter“, „die F35“, „Kom­mu­ni­ka­ti­ons­sa­tel­li­ten“, „Fre­gat­ten, Kor­vet­ten, Küsten‑, Wach­schif­fe, tak­tisch alles, was auf dem Was­ser schwimmt“, „Unter­was­ser-U-Boo­te, das machen wir nicht, noch nicht“, „die neue Gene­ra­ti­on der Kampf­pan­zer, der Schüt­zen­pan­zer und der Unterstützungsfahrzeuge“ …

Es fällt den Kon­zern­chefs von Rhein­me­tall dabei nicht schwer, flugs die Pro­duk­ti­on umzu­stel­len von z.B. Auto­tei­len zu Satel­li­ten. In Fach­krei­sen spricht man hier welt­weit vom „Rhein­me­tall-Tem­po“. Und da muss der Frei­herr auch mal ein Lob an die poli­ti­schen Auf­trag­ge­ber los­wer­den, die dem Betrieb fast alle büro­kra­ti­schen und sons­ti­gen Hür­den aus dem Weg räumen.

Es gäbe noch viel über die­se denk­wür­di­ge Ver­an­stal­tung zu berich­ten. Unter ande­rem über den Vor­trag des Neus­ser Urge­wächs Chris­toph Heus­gen, der den poli­ti­schen Hin­ter­grund des rhein­me­tal­le­nen Rüs­tungs­mär­chens beleuch­ten woll­te. Jedoch konn­te man sei­nen Äuße­run­gen nicht mehr ent­neh­men, als sein Vor­red­ner schon erzählt hat­te. Und auch das war dem inter­es­sier­ten Zuschau­er der Poli­tik nichts Neu­es, wird man doch seit Jah­ren mit einem ideo­lo­gi­schen Trom­mel­feu­er trak­tiert, das die Bevöl­ke­rung des Wes­tens in jeder Hin­sicht kriegs­tüch­tig machen soll.

Gefal­len hat der Talk dem zahl­reich erschie­ne­nen Publi­kum. Ins­be­son­de­re wenn das Lokal­ko­lo­rit bedient wur­de. Schließ­lich war der eine Refe­rent schon Neus­ser Schüt­zen­kö­nig und der ande­re wohn­te zeit­wei­se in Rosellerheide.

U.I.

P.S.  Es gab zwei Kund­ge­bun­gen an den Trep­pen vor dem Zeug­haus bzw. direkt am Hafen orga­ni­siert vom Frie­dens­bünd­nis Neuss, DKP, SDAJ, DFG-VK, VVN und OAT-Grup­pen, um von dort ihren Pro­test gegen die­se Pro­pa­gan­da­ver­an­stal­tung für die Auf­rüs­tung und die Mord­waf­fen­pro­duk­ti­on in Neuss laut­stark kund­zu­tun. Beach­tung fan­den die­se Ver­samm­lun­gen auch bei den Refe­ren­ten des Talks. Geschickt nutz­ten sie aber den Pro­test, um auf die ver­tei­di­gungs­wür­di­ge freie Mei­nungs­äu­ße­rung hin­zu­wei­sen. Eine inhalt­li­che Aus­ein­an­der­set­zung fand – wenig über­ra­schend – nicht statt.




Wei­ter­le­sen: Talk am Pegel mit Rheinmetall

Gro­ße Pro­test­ak­ti­on gegen Rhein­me­tall Don­ners­tag 26.3. 17:00 Markt in Neuss

Bie­tet der Waf­fen­lob­by kei­ne Bühne!

Am 26.03. hält der Kon­zern­chef Armin Pap­per­ger im Rah­men der Ver­an­stal­tung « Talk am Pegel » 19:00 einen Vor­trag mit dem The­ma « Sicher­heit als Stand­ort­fak­tor ». Damit beför­dert das For­mat das fal­sche Ver­ständ­nis von Rüs­tung und Krieg als posi­ti­ves Mit­tel wirt­schaft­li­cher Zwe­cke, wel­che der Zivil­be­völ­ke­rung die­nen sollen. 

Wir als Frie­dens­bünd­nis stel­len uns deut­lich und klar gegen die­se Mili­ta­ri­sie­rung der Gesell­schaft und Ver­harm­lo­sung von Krieg. Gera­de im Fall von Rhein­me­tall als Pro­fi­teur sol­cher Ent­wick­lun­gen ist es zynisch, dass der Chef des größ­ten deut­schen Waf­fen­her­stel­lers dazu refe­riert, wie drin­gend Deutsch­land angeb­lich mehr Waf­fen bräuchte.

Wir rufen alle ehr­lich an Frie­den inter­es­sier­ten Per­so­nen, Orga­ni­sa­tio­nen und Par­tei­en dazu auf, an unse­rer Kund­ge­bung teil­zu­neh­men und ein deut­li­ches Zei­chen zu setzten!

Frie­dens­bünd­nis Neuss

Fami­li­en sol­len für Kri­se zahlen 

Grü­ne brin­gen Erhe­bung von Eltern­bei­trä­gen ins Spiel 

Der Haus­halt der Stadt Neuss geht den Bach run­ter. Im Ent­wurf des Haus­halts­plans für das Jahr 2026 sagt die Käm­me­rei in den kom­men­den drei Jah­ren ein Defi­zit zwi­schen 60 und 70 Mil­lio­nen Euro – pro Jahr! – vor­aus. Damit das unter dem Strich etwas bes­ser aus­sieht, hat die Stadt­ver­wal­tung unter Lei­tung von Bür­ger­meis­ter Breu­er schon ein­mal Hand ange­legt und pau­scha­le Kür­zun­gen ein­ge­plant. „Glo­ba­ler Min­der­auf­wand“ heißt das im Büro­kra­ten­deutsch und bedeu­tet: Bis zum Jahr 2029 soll die Stadt jähr­lich rund 14,5 Mil­lio­nen Euro ein­spa­ren – wo und wie, wird nicht verraten. 

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Am lan­gen Arm verhungert 

Zur Ent­schei­dung über das ehe­ma­li­ge Kaufhof-Gebäude 

Paint­dog, CC BY-SA 4.0 https://​crea​tive​com​mons​.org/​l​i​c​e​n​s​e​s​/​b​y​-​s​a​/​4.0, via Wiki­me­dia Commons

Hat die Neus­ser FDP die Innen­stadt geret­tet? Man könn­te auf die Idee kom­men, wenn man die Reak­tio­nen auf den jüngst im Haupt­aus­schuss gefass­ten Beschluss zur Zukunft des Kauf­hof-Gebäu­des liest. Mit gera­de ein­mal einer Stim­me Mehr­heit wur­de dort ent­schie­den, die Stadt­bi­blio­thek in das Gebäu­de umzie­hen zu las­sen. Die Mehr­heit kam nur durch das Umschwen­ken der FDP zustan­de, die zuvor mit CDU und AfD gegen den Umzug gewet­tert hatte. 

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