Wie die Neus­ser Schrau­ben­fa­brik geplün­dert wurde!

Kein wei­ter Weg 

Foto: Swant­je Höh­ne Von vor­ne: Teil der alten Schrau­ben­fa­brik, Job­cen­ter Rhein-Kreis Neuss

Am 30. Novem­ber 2015 war Schluss. Zum letz­ten Mal gin­gen die ver­blie­be­nen Mit­ar­bei­ter der Neus­ser White­sell-Fabrik zur Arbeit. Dann war das bit­te­re Ende erreicht und es kam, trotz der zahl­rei­chen Insol­ven­zen, die das Werk und sei­ne Beleg­schaft bereits hin­ter sich hat­ten, den­noch über­ra­schend plötzlich.

Bis 1980 fir­mier­te das Unter­neh­men unter dem Grün­der­na­men „Bau­er & Schaur­te“ und war durch die Erfin­dung und Pro­duk­ti­on der Innen­sechs­kant-Schrau­be (Inbus) welt­weit bekannt gewor­den. 1980 erfolg­te die Fusi­on mit den saar­län­di­schen Kar­cher Schrau­ben­wer­ken, 1993 kam es zur Insol­venz der Mut­ter­ge­sell­schaft Saar­stahl. Im Anschluss wur­de die Fabrik von Inves­tor zu Inves­tor wei­ter­ge­reicht. Im Jahr 2012 hat­te das Werk eine beein­dru­cken­de Anzahl von Fir­men­na­men und Insol­venz­ver­fah­ren hin­ter sich gebracht und gehör­te nun zur Ruia AG, einer Gesell­schaft, die schon bald insol­vent war und von der White­sell Ger­ma­ny GmbH auf­ge­kauft wurde.

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Öffent­li­che Veranstaltung

Ein­la­dung

Der 22. Juni ist in die­sem Jahr ein beson­de­res Datum.
80 Jah­re zuvor über­fiel die faschis­ti­sche Wehr­macht die Sowjet­uni­on. Der Krieg, der damit begann,
unter­schied sich grund­le­gend von frü­he­ren mili­tä­ri­schen Kon­flik­ten. Hier ging es nicht mehr nur das
Ziel, die geg­ne­ri­schen Streit­kräf­te zu besie­gen. Moti­viert durch die Ras­sen­ideo­lo­gie der Nazis soll­ten
vie­le Mil­lio­nen von Men­schen, die man als min­der­wer­tig ansah, ver­nich­tet oder ver­sklavt wer­den, um
so Lebens­raum für „ger­ma­ni­sche Her­ren­men­schen“ zu schaf­fen.
Die­ser bar­ba­ri­sche Wahn­sinn brach­te ca. 27 Mil­lio­nen Sowjet­men­schen den Tod.
Ein ver­ant­wor­tungs­be­wuss­ter Umgang mit der eige­nen Geschich­te gebie­tet es uns, sich die­ses Datums
zu erin­nern, um kri­ti­sche und auch gegen­warts­be­zo­ge­ne Aus­ein­an­der­set­zung zu ermög­li­chen. Sehr
begrü­ßens­wert war daher der Antrag der Bun­des­tags­frak­ti­on der Par­tei Die Lin­ke, eine
par­la­men­ta­ri­sche Gedenk­ver­an­stal­tung abzu­hal­ten. Und eben­so bla­ma­bel war die Ableh­nung durch
den Bun­des­tags­prä­si­den­ten.
Wir ant­wor­ten auf die­se Geschichts­ver­ges­sen­heit mit den Wor­ten des am 21. April die­ses Jah­res
ver­stor­be­nen bekann­ten DDR-Medi­zi­ners Moritz Mebel, der sich als jun­ger Mann der Roten Armee
anschloss, um gegen den Faschis­mus zu kämp­fen:
„Und ich sage Ihnen als Jude und Deut­scher: Nicht nur im Ver­hält­nis unse­res Lan­des zu Isra­el ist
Demut ange­bracht. Auch und eben­so im Ver­hält­nis zu den Rus­sen und ande­ren Völ­kern der frü­he­ren
Sowjet­uni­on.“
Des­halb laden wir Euch für den 16. Juni 2021 ein, an unse­rer Online-Ver­an­stal­tung um 19.30 Uhr
teil­zu­neh­men. Die Lei­te­rin der Inter­na­tio­na­len Kom­mis­si­on beim Par­tei­vor­stand, die DKP Genos­sin
Rena­te Kop­pe, wird den Blick rich­ten auf aktu­el­le Ent­wick­lun­gen, in deren Ver­lauf das alte Feind­bild
„Russ­land“ in gefähr­li­cher Wei­se reak­ti­viert wird.
Der Redak­teur unse­rer Zei­tung Unse­re Zeit Genos­se Man­fred Idler beschäf­tigt sich mit den Neus­ser
Bezü­gen zum Ver­nich­tungs­krieg gegen die UdSSR.
Wir wis­sen, dass die­ses Geden­ken nicht nur uns Kom­mu­nis­tin­nen und Kom­mu­nis­ten wich­tig ist,
son­dern auch vie­len ande­ren demo­kra­ti­schen und fort­schritt­li­chen Kräf­ten. Des­halb wür­den wir uns
über Eure Teil­nah­me sehr freuen.

Um den Link zur digi­ta­len Ver­an­stal­tung zu erhal­ten, bit­ten wir um Anmel­dung
abczynski@t‑online.de oder über das fol­gen­de Formular

    Unlo­gi­sche Lektion

    Ein Kom­men­tar

    Weil Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te der Par­tei „Die Lin­ke“ mit­tels einer Klei­nen Anfra­ge von der Bun­des­re­gie­rung wis­sen woll­ten, wes­halb die „jun­ge Welt“ als ein­zi­ge Tages­zei­tung regel­mä­ßig im Ver­fas­sungs­schutz­be­richt erwähnt wird, erteil­te die Staats­macht eine denk­wür­di­ge Ant­wort: Dass die „jun­ge Welt“ vom Ver­fas­sungs­schutz beob­ach­tet wird, hat laut Staats­ge­walt sei­nen Grund im „revo­lu­tio­nä­ren Mar­xis­mus », den die Zei­tung ver­tre­te. Denn der revo­lu­tio­nä­re Mar­xis­mus rich­te sich gegen Grund­prin­zi­pi­en der frei­heit­lich demo­kra­ti­schen Grund­ord­nung. Der Men­schen­wür­de, die hier­zu­lan­de ver­fas­sungs­mä­ßig garan­tiert sei, wider­spre­che bei­spiels­wei­se „die Auf­tei­lung einer Gesell­schaft nach dem Merk­mal der pro­duk­ti­ons­ori­en­tier­ten Klas­sen­zu­ge­hö­rig­keit ». Da der ein­zel­ne Mensch „als grund­sätz­lich frei zu behan­deln » sei, dür­fe die mar­xis­ti­sche Klas­sen­theo­rie nicht kon­sta­tie­ren, dass der Mensch in der kapi­ta­lis­ti­schen Pro­duk­ti­ons­wei­se zum „blo­ßen Objekt » degra­diert werde.

    Der­ge­stalt ver­ab­reicht die Staats­ge­walt ihren Staats­bür­gern eine ideo­lo­gi­sche Lek­ti­on, deren Unlo­gik zum Nach­den­ken ver­an­las­sen könn­te: Nicht die Exis­tenz von Klas­sen in der kapi­ta­lis­ti­schen Gesell­schaft wider­spricht der „Men­schen­wür­de », son­dern die Benen­nung die­ses üblen Fak­t­ums. Um das Nach­den­ken über die unlo­gi­sche Lek­ti­on des Staats­ap­pa­ra­tes in Sachen mar­xis­ti­sche Klas­sen­theo­rie zu beför­dern, sei dar­an erin­nert, dass das Ziel des revo­lu­tio­nä­ren Mar­xis­mus die klas­sen­lo­se Gesell­schaft ist. Klas­sen­los aber kann die Gesell­schaft erst dann wer­den, wenn die kapi­ta­lis­ti­sche Pro­duk­ti­ons­wei­se über­wun­den wird. Die kapi­ta­lis­ti­sche Pro­duk­ti­ons­wei­se näm­lich ist es, wel­che die Gesell­schaft in Pro­duk­ti­ons­mit­tel­be­sit­zer und Arbeits­kraft­be­sit­zer „auf­teilt », damit die Pro­duk­ti­ons­mit­tel­be­sit­zer ihr Geld ver­meh­ren kön­nen, indem sie die Arbeits­kraft­be­sit­zer bei der Pro­duk­ti­on von Waren und Dienst­leis­tun­gen als „Human­ka­pi­tal » vernutzen

    Franz Anger

    Ehren­des Gedenken

    Ehrung der Neus­ser WiderstandskämpferInnen

    Auch in die­sem Jahr ehrt die DKP Neuss-Dor­ma­gen die Neus­ser Wider­stands­kämp­fe­rin­nen und ‑kämp­fer, die in den  Jah­re 1933 – 1945 ihren Ein­satz für Demo­kra­tie, Frie­den und sozia­len Fort­schritt mit dem Leben bezahl­ten. Genos­sin­nen und Genos­sen unse­rer Par­tei­or­ga­ni­sa­ti­on leg­ten einen Kranz an den Grä­bern des Mau­rers und KPD-Stadt­ver­ord­ne­ten Her­mann Düll­gen sowie des Neus­ser Zim­mer­manns August Höh­feld nie­der. Die­se bei­de Namen ste­hen stell­ver­tre­tend für ein Ver­mächt­nis, das heu­te weit davon ent­fernt ist, nur noch his­to­risch zu sein. Im Gegen­teil – die Rechts­ent­wick­lung in unse­rem Land und die stei­gen­de Kriegs­ge­fahr machen es in besorg­nis­er­re­gen­der Wei­se aktuell.

    Digi­ta­les Geden­ken 2021 

    Erneut hin­dert uns die Pan­de­mie dar­an, die all­jähr­li­che Gedenk­ver­an­stal­tung in Prä­senz zu besu­chen. Daher gibt es auch die­ses ein her­vor­ra­gen­des Video der VVN-Neuss.
    Dan­ke an die VVN und an alle beteiligten. 

    Ein Bericht über den Jah­res­auf­takt 2021 der DKP Grup­pe Neuss/​Dormagen.

    Anfang Janu­ar fah­ren in nor­ma­len Zei­ten vie­le Mit­glie­der der DKP und ihre Mit­strei­ter zur LL Demo nach Berlin.

    Dies war dies­mal aus bekann­ten Grün­den nicht mög­lich, aber wir woll­ten Rosa und Karl auf unse­rem Jah­res­auf­takt ehren.

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    Zum 150. Geburts­tag der Pari­ser Kommune

    Wel­che Bedeu­tung hat das für uns heute?

    „Am Mor­gen des 18. März 1871 wur­de Paris geweckt durch den Don­ner­ruf: „Es lebe die Kom­mu­ne“. Marx, der Bür­ger­krieg in Frank­reich ver­öf­fent­licht in Marx/​Engels, Aus­ge­wähl­te Schrif­ten Bd. I  S. 488. Alle fol­gen­den Sei­ten­zah­len bezie­hen sich auf die­se Aus­ga­be.

    Am 18. März 2021 bege­hen Mar­xis­ten-Leni­nis­ten und ande­re lin­ke poli­ti­sche Kräf­te den
    150. Geburts­tag der Pari­ser Kommune.

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    Mein Weg in die DKP

    Durch mei­ne Mut­ter wur­de ich zu Hau­se schon sehr früh poli­ti­siert. Sie ist bis zu ihrem 12. Lebens­jahr in der DDR zur Schu­le gegan­gen und kam durch den Umzug ihrer Eltern in den Wes­ten. Sie war eine gute Schü­le­rin, woll­te immer Leh­re­rin wer­den, was ihr in der DDR sicher gelun­gen wäre, aber in der BRD erst­mal ver­wehrt wur­de. Sie bekam von ihren Eltern zu hören, das Stu­di­um wür­de sich nicht loh­nen, sie sei ein Mäd­chen und hei­ra­te eh.  Ihr Bru­der dage­gen wur­de Leh­rer! Sie erlern­te den Beruf Che­mo­tech­ni­ke­rin, bekam zwei Kin­der, ihr Mann ver­bot ihr zu arbei­ten. Als er sich für eine ande­re Frau ent­schied, konn­te sie in den erlern­ten Beruf nicht mehr zurück, aber erfüll­te sich den Traum vom Stu­di­um und wur­de Leh­re­rin für Bio­lo­gie und evan­ge­li­sche Religion.

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    Rebel­li­sches Wunschdenken

    Ein Kom­men­tar

    Dass die Initia­ti­ve „Zero Covid“ auch die Betrie­be dicht­ma­chen will, um die Coro­na­pan­de­mie zu bekämp­fen, miss­fällt einem Herrn namens Cle­mens Fuest. Da die „Volks­wirt­schaft“ nicht kol­la­bie­ren dür­fe, soll­ten die Betrie­be offen blei­ben – ins­be­son­de­re jene, „in denen die Anste­ckungs­zah­len im Ver­hält­nis zur Wert­schöp­fung gering sind“. Die­ses markt­kon­for­me und zugleich gesund­heits­ge­fähr­den­de Enga­ge­ment für die „Wert­schöp­fung“ hat sei­nen Grund dar­in, dass Herr Fuest Herr­schafts­be­ra­ter ist. Als Lei­ter des Insti­tuts für Wirt­schafts­for­schung (ifo) an der Uni­ver­si­tät Mün­chen berät er mit mis­sio­na­ri­schem Eifer das Bun­des­fi­nanz­mi­nis­te­ri­um, damit der Staats­ap­pa­rat die poli­ti­schen Rah­men­be­din­gun­gen für die öko­no­mi­sche Pro­fit­ma­xi­mie­rung der Markt­wirt­schafts­un­ter­neh­men sichert.

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