Staats­mäch­te­ri­va­li­tät

Wie der Ers­te Welt­krieg 1914 ent­fes­selt wurde

Weil die aktu­el­le geo­po­li­ti­sche Situa­ti­on, die durch Kriegs­het­ze gegen das
abgrund­tief­bö­se Russ­land und Krieg­tüch­tig­keits­ma­chung der bezau­bernd
guten EU-Staats­ge­wal­ten geprägt ist, der von 1914 sehr ähnelt, lohnt sich
ein Blick zurück in die His­to­rie auf die Ent­fes­se­lung des Ers­ten Welt­krie­ges.
Mein Arti­kel basiert auf his­to­rio­gra­phi­schen Dar­stel­lun­gen, in deren
Zen­trum die Ana­ly­se des Zusam­men­hangs zwi­schen Impe­ria­lis­mus und
Ers­tem Welt­krieg steht. Dass die all­ge­mei­nen Bedin­gun­gen des expan­si­ven
impe­ria­lis­ti­schen Sys­tems ein Fak­tor waren, der zum Ers­ten Welt­krieg
führ­te, ist mitt­ler­wei­le zum Gemein­gut der His­to­ri­ker­zunft gewor­den.
Hin­ge­gen gibt es hef­ti­ge Kon­tro­ver­sen bezüg­lich der Welt­po­li­tik des
Deut­schen Rei­ches als kriegs­ver­ur­sa­chen­dem Fak­tor. Die Spann­wei­te der
Posi­tio­nen, die in die­sen Kon­tro­ver­sen um die die Kriegs­schuld­fra­ge
vor­ge­tra­gen wer­den, reicht von der Über­fall­the­se über die Allein­schuld­the­se
bis hin zur Staatsmächterivalitätsthese.

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Deutsch­lands Kriegsertüchtigung

Wie die Bun­des­wehr krieg­füh­rungs­fä­hig gemacht wird. 

Wäh­rend der Staats­ap­pa­rat die Insas­sen Deutsch­lands mit­tels Gräu­el-Pro­pa­gan­da kriegs­taug­lich zu machen ver­sucht, kri­ti­siert eine klei­ne, aber radi­ka­le Min­der­heit den Mili­ta­ris­mus der BRD fun­da­men­tal. “Die gro­ße Mobi­li­sie­rung. Die Bun­des­wehr von der Wie­der­be­waff­nung bis zur Kriegs­tüch­tig­keit”, so heißt das emp­feh­lens­wer­te Buch des ver­dienst­vol­len Papy­Ros­sa Ver­lags aus Köln, des­sen Her­aus­ge­ber der AK Anti­mi­li­ta­ris­mus ist, der in den Kampf für den Frie­den ein­grei­fen will. 

Dass der Frie­dens­kampf noch nicht ver­lo­ren ist, ist der jun­gen Welt zu ent­neh­men, in deren Aus­ga­be vom 19. 12. 2025 auf der Sei­te 11 zu lesen ist: “Mit aller­größ­ter Sor­ge schaut” der deut­sche Staats­ap­pa­rat im Hin­blick auf den Ukrai­ne-Krieg “auf Umfra­gen, denen zufol­ge kaum mehr als die Hälf­te der Bevöl­ke­rung glaubt, dass Russ­land der ein­zi­ge Aggres­sor ist und dass man alle Ver­bin­dun­gen zu Mos­kau kap­pen sollte”. 

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8. Mai 2025

Rede des Frie­dens­bünd­nis Neuss

Sehr geehr­te Anwesende, 

wir ste­hen hier an einem Mahn­mal, das errich­tet wur­de zum Geden­ken an Män­ner und Frau­en aus der Sowjet­uni­on und aus Polen, die man nach Neuss ver­schlepp­te, damit sie hier Zwangs­ar­beit für das faschis­ti­sche Deutsch­land ver­rich­te­ten. Dies war Teil eines gro­ßen bar­ba­ri­schen Plans, der ab dem 22. Juni 1941 in die Tat umge­setzt wur­de mit dem soge­nann­ten „Unter­neh­men Bar­ba­ros­sa“ – der Ope­ra­ti­ons­na­me für den deut­schen Über­fall auf die UdSSR. Es kann nicht oft genug gesagt wer­den: Hier­bei han­del­te es sich nicht um einen Krieg im her­kömm­li­chen Sin­ne. Viel­leicht ging es um ein gewal­ti­ges eth­nisch-ideo­lo­gi­sche Mas­sen­ver­nich­tungs­un­ter­neh­men. Hit­ler sel­ber hat­te die­sen wesent­li­chen Unter­schied aus­drück­lich betont. Für den Fall des erwar­te­ten mili­tä­ri­schen Sie­ges hat­te die Nazi-Füh­rung den soge­nann­ten Gene­ral­plan Ost aus­ar­bei­ten las­sen, der Zwangs­um­sie­de­lung sowie Ermor­dung der sowje­ti­schen Zivil­be­völ­ke­rung in bis­lang unge­kann­tem Aus­maß vor­sah. Die Men­schen soll­ten durch direk­te Tötung, Hun­ger und Zwangs­ar­beit aus­ge­löscht wer­den. Auf die­se Wei­se woll­te man sich das schaf­fen, was die Faschis­ten unter dem Schlag­wort „Lebens­raum im Osten“ pro­pa­gier­ten. Das Land der Sowjet­uni­on, aber auch das ande­rer ost­eu­ro­päi­scher Staa­ten war vor­ge­se­hen für die „Ger­ma­ni­sie­rung“, d. h. für deut­sche Besie­de­lung im Anschluss an den Völ­ker­mord. Auch wenn die­ses Vor­ha­ben letzt­lich schei­ter­te, kos­te­te es 27 Mil­lio­nen sowje­ti­scher Bür­ge­rin­nen und Bür­ger das Leben. Die­se Men­schen stel­len die mit Abstand größ­te Opfer­grup­pe des Hit­ler­fa­schis­mus dar und zugleich die­je­ni­ge, die in der deut­schen Gedenk­kul­tur am meis­ten durch Nicht­be­ach­tung her­ab­ge­wür­digt wird. Aus­ge­rech­net das umfang­reichs­te Ver­bre­chen der Nazis ist im öffent­li­chen Bewusst­sein unse­res Lan­des am wenigs­ten prä­sent. Wenn wir fra­gen, war­um das so ist, müs­sen wir zurück­ge­hen in die Fünf­zi­ger­jah­re, als die Ade­nau­er-Regie­rung im Zei­chen des Kal­ten Kriegs die alten Eli­ten der Drit­ten Reichs reha­bi­li­tier­te – sofern ihre Kar­rie­ren zuvor über­haupt irgend­ei­ne Art von Beein­träch­ti­gung erfah­ren hatten. 

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80. Jah­re Tag der Befreiung

Ges­tern um 18Uhr war unse­re Ver­an­stal­tung am Ehren­mal der pol­ni­schen und sowje­ti­schen Zwangs­ar­bei­ter in Neuss. Hier Sind zwei der Vier gehal­te­nen Reden.