Frie­dens­bünd­nis Neuss

Das nächs­te offe­ne Tref­fen des Neus­ser Frie­dens­bünd­nis ist am Donnerstag, 

13. Novem­ber um 18:00 im Dru­sus­hof (Erftsr. 58).

Wir spre­chen über die aktu­el­le poli­ti­sche Lage, Ein­schät­zung und mög­li­che gemein­sa­me Aktivitäten. 

Für den 16. Janu­ar 2026 ist eine öffent­li­che Ver­an­stal­tung zum Thema 

 » Kriegs­dienst­ver­wei­ge­rung » auch im Dru­sus­hof geplant.

8. Mai 2025

Rede des Frie­dens­bünd­nis Neuss

Sehr geehr­te Anwesende, 

wir ste­hen hier an einem Mahn­mal, das errich­tet wur­de zum Geden­ken an Män­ner und Frau­en aus der Sowjet­uni­on und aus Polen, die man nach Neuss ver­schlepp­te, damit sie hier Zwangs­ar­beit für das faschis­ti­sche Deutsch­land ver­rich­te­ten. Dies war Teil eines gro­ßen bar­ba­ri­schen Plans, der ab dem 22. Juni 1941 in die Tat umge­setzt wur­de mit dem soge­nann­ten „Unter­neh­men Bar­ba­ros­sa“ – der Ope­ra­ti­ons­na­me für den deut­schen Über­fall auf die UdSSR. Es kann nicht oft genug gesagt wer­den: Hier­bei han­del­te es sich nicht um einen Krieg im her­kömm­li­chen Sin­ne. Viel­leicht ging es um ein gewal­ti­ges eth­nisch-ideo­lo­gi­sche Mas­sen­ver­nich­tungs­un­ter­neh­men. Hit­ler sel­ber hat­te die­sen wesent­li­chen Unter­schied aus­drück­lich betont. Für den Fall des erwar­te­ten mili­tä­ri­schen Sie­ges hat­te die Nazi-Füh­rung den soge­nann­ten Gene­ral­plan Ost aus­ar­bei­ten las­sen, der Zwangs­um­sie­de­lung sowie Ermor­dung der sowje­ti­schen Zivil­be­völ­ke­rung in bis­lang unge­kann­tem Aus­maß vor­sah. Die Men­schen soll­ten durch direk­te Tötung, Hun­ger und Zwangs­ar­beit aus­ge­löscht wer­den. Auf die­se Wei­se woll­te man sich das schaf­fen, was die Faschis­ten unter dem Schlag­wort „Lebens­raum im Osten“ pro­pa­gier­ten. Das Land der Sowjet­uni­on, aber auch das ande­rer ost­eu­ro­päi­scher Staa­ten war vor­ge­se­hen für die „Ger­ma­ni­sie­rung“, d. h. für deut­sche Besie­de­lung im Anschluss an den Völ­ker­mord. Auch wenn die­ses Vor­ha­ben letzt­lich schei­ter­te, kos­te­te es 27 Mil­lio­nen sowje­ti­scher Bür­ge­rin­nen und Bür­ger das Leben. Die­se Men­schen stel­len die mit Abstand größ­te Opfer­grup­pe des Hit­ler­fa­schis­mus dar und zugleich die­je­ni­ge, die in der deut­schen Gedenk­kul­tur am meis­ten durch Nicht­be­ach­tung her­ab­ge­wür­digt wird. Aus­ge­rech­net das umfang­reichs­te Ver­bre­chen der Nazis ist im öffent­li­chen Bewusst­sein unse­res Lan­des am wenigs­ten prä­sent. Wenn wir fra­gen, war­um das so ist, müs­sen wir zurück­ge­hen in die Fünf­zi­ger­jah­re, als die Ade­nau­er-Regie­rung im Zei­chen des Kal­ten Kriegs die alten Eli­ten der Drit­ten Reichs reha­bi­li­tier­te – sofern ihre Kar­rie­ren zuvor über­haupt irgend­ei­ne Art von Beein­träch­ti­gung erfah­ren hatten. 

„8. Mai 2025“ weiterlesen

80. Jah­re Tag der Befreiung

Ges­tern um 18Uhr war unse­re Ver­an­stal­tung am Ehren­mal der pol­ni­schen und sowje­ti­schen Zwangs­ar­bei­ter in Neuss. Hier Sind zwei der Vier gehal­te­nen Reden.