Pro­fit vor Mensch

Land­rat Petrausch­ke im Abwehr­kampf gegen die Coronapandemie

Man sol­le zwar kei­ne Freun­de oder Ver­wand­ten besu­chen, aber drin­gend die Woh­nung ver­las­sen, um zur Arbeit zu gehen. Ver­kün­det wer­den die­se sich wider­spre­chen­den Ver­hal­tens­re­geln, an die man sich wäh­rend der Coro­na­pan­de­mie zu hal­ten habe, von Hans-Jür­gen Petrausch­ke, dem christ­de­mo­kra­ti­schen Land­rat des Rhein-Krei­ses Neuss, und zwar in der Online-Aus­ga­be des Anzei­gen­blat­tes „Stadt-Kurier“ vom 28. Mai 2020.

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Ehren­des Andenken

Geden­ken an den anti­fa­schis­ti­schen Wider­stand in Neuss 1933 – 1945

Ihr Kampf unser Auftrag 

Das tra­di­tio­nel­le Geden­ken zu Ehren der Neus­ser Wider­stands­kämp­fe­rin­nen und ‑kämp­fer am Ers­ten Mai kann in die­sem Jahr unter den Bedin­gun­gen der Coro­na-Pan­de­mie nicht wie gewohnt statt­fin­den. Den­noch will die DKP Neuss-Dor­ma­gen den Tag nicht ohne Wür­di­gung die­ser muti­gen Bür­ge­rin­nen und Bür­ger unse­rer Stadt ver­strei­chen las­sen. Daher legt sie auch in die­sem Jahr Blu­men an den Grä­bern von August Höh­feld und Her­mann Düll­gen nie­der, die ihren Kampf gegen den Faschis­mus mit dem Leben bezahl­ten. Wich­tig ist dies vor allem, weil ihr Ver­mächt­nis nach wie vor nicht erfüllt ist.

Die befrei­ten Häft­lin­ge des KZs Buchen­wald schwo­ren: „Die Ver­nich­tung des Nazis­mus mit sei­nen Wur­zeln ist unse­re Losung. Der Auf­bau einer neu­en Welt des Frie­dens und der Frei­heit ist unser Ziel.“ Doch wie steht es heu­te in unse­rem Land um die Erfül­lung die­ses Anspruchs?  Am 9. Okto­ber 2019 griff der Faschist Ste­phan Bal­liet in Hal­le die dor­ti­ge Syn­ago­ge an, um ein Blut­bad unter den Men­schen anzu­rich­ten, die sich anläss­lich des höchs­ten jüdi­schen Fei­er­ta­ges dort ver­sam­melt hat­ten. Als er die­ses Vor­ha­ben nicht umset­zen konn­te, erschoss er zwei Men­schen im Umfeld der Syn­ago­ge. Am 19. Febru­ar 2020 ermor­de­te der Nazi Tobi­as Rath­jen in Hanau zehn Men­schen. Und wie jedes Mal geis­ter­te durch die Medi­en das Gefa­sel vom psy­chisch gestör­ten Ein­zel­tä­ter – ganz so, als ob es in Deutsch­land kei­ne faschis­ti­sche Sze­ne gäbe, die sich seit Jah­ren in einer Atmo­sphä­re von stil­ler Begüns­ti­gung und offe­ner Ver­harm­lo­sung gedeih­lich ent­wi­ckelt. Poli­tik, Jus­tiz und Straf­ver­fol­gungs­be­hör­den bie­ten hier immer wie­der ein eben­so skan­da­lö­ses wie beschä­men­des Bild.

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Ver­dreh­te Welt

Erklä­rung der DKP Rhein-Kreis Neuss zum 1. Mai 2020

„Die Welt steht Kopf!“, so oder so ähn­lich hört man es häu­fig in letz­ter Zeit. Die Virus­er­kran­kung COVID-19 hat fast alle Län­der des Erd­balls in eine schwe­re Kri­se gestürzt, die wir auch hier im Rhein-Kreis Neuss zu spü­ren bekom­men. Da ist die Krank­heit selbst, die schwe­re Ver­läu­fe nimmt, Men­schen schä­digt, Leben kos­tet. Und da sind die poli­ti­schen Maß­nah­men, die Bewe­gungs­frei­heit ein­schrän­ken, Arbeits­plät­ze ris­kie­ren, Ein­kom­men schrump­fen las­sen. Vie­les erscheint uns heu­te anders als noch vor weni­gen Wochen. Die Kri­se ist furcht­bar und bringt Vie­les durch­ein­an­der; doch sie ord­net auch und ord­net ein.

Es wird deut­lich: Die wah­ren „Leis­tungs­trä­ger“ die­ser Gesell­schaft sind kei­ne Mana­ger und Direk­to­ren, son­dern Ver­käu­fe­rin­nen und Ver­käu­fer, Pfle­ge­kräf­te, Trans­port­fah­re­rin­nen und Fah­rer, Hand­wer­ker und Fabrik­ar­bei­ter, Ange­stell­te und Men­schen, die im sozia­len und medi­zi­ni­schen Bereich, in der Pro­duk­ti­on und im Dienst­leis­tungs­sek­tor beschäf­tigt sind. Die­se Men­schen sind es, die die­se Gesell­schaft am Lau­fen hal­ten und sie sind auch die­je­ni­gen, die sie ver­än­dern kön­nen! Das ist die wich­tigs­te Erkennt­nis die­ser Kri­se: Die „ver­dreh­te Welt“ ist der Normalzustand.

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